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Gonorrhoe (Tripper)

ICD-10-Codes Gonokokken-Infektionen
A54.0 Gonokokkeninfektion des unteren Urogenitaltraktes
A54.1 - mit Abszessbildung
A54.2 Gonokokkeninfektion sonstiger Urogenitalorgane
A54.3 Gonokokkeninfektion des Auges
A54.4 Gonokokkeninfektion des Muskel-Skelett-Systems
A54.5 Gonokokkenpharyngitis
A54.6 Gonokokkeninfektion des Anus und des Rektums
A54.8 sonstige Gonokokkeninfektion

Gonorrhoe (auch Gonorrhö), umgangssprachlich auch als Tripper bezeichnet, ist eine Infektionskrankheit, die durch den Bakterienstamm Neisseria gonorrhoeae, auch Gonokokken genannt, ausgelöst wird.

Gonokokken werden praktisch ausschliesslich auf sexuellem Wege übertragen, wobei der infektiöse Partner nicht unbedingt menschlich sein muss [1]. Besonders Personen mit häufig wechselndem Sexualpartner (HWG) sind gefährdet. Die Benutzung eines Kondoms schützt. Die Krankheit kann von erkrankten Müttern während der Geburt auf das Kind übertragen werden.

Die Gonorrhoe ist eine der häufigsten sexuell übertragbaren Erkrankungen. Bis zum Jahr 2000 war sie in Deutschland meldepflichtig.

Epidemiologie

Nachdem die Erkrankungszahlen lange rückläufig waren, kommt es seit etwa zehn Jahren in Deutschland wieder zu einer Zunahme. Hauptgrund ist die (unberechtigterweise) abnehmende Furcht vor sexuell übertragbaren Infektionen (vor allem mit HIV) und damit die Tendenz, keinen Safer Sex zu praktizieren.

Weltweit stellt die Gonorrhoe ein grosses gesundheitliches Problem dar. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation liegt die Zahl der Neuerkrankungen jedes Jahr bei 60 Millionen.

Symptome

Die Inkubationszeit beträgt zumeist zwei bis drei Tage, mitunter können aber bis zu sieben Tage vergehen. Bei etwa 5 % treten trotz Infektion keinerlei Symptome auf.

Beim Mann kommt es zur Harnröhrenentzündung (Urethritis) mit Juckreiz, eitrigem Ausfluss und Brennen beim Wasserlassen. Bei der Frau kann zusätzlich eine Entzündung des Gebärmutterhalses mit eitrigem Ausfluss hinzukommen. Die Gonokokken können auch beim Oral- oder Analverkehr über die Rachen- oder Mastdarmschleimhaut übertragen werden.

Diagnose

Aus dem Harnröhrensekret oder dem Sekret des Gebärmutterhalses kann ein Abstrich entnommen werden und der Erreger mikroskopisch oder in der Kultur nachgewiesen werden. Ein Scheidenabstrich bei der Frau ist nicht sinnvoll, da bei erwachsenen Frauen ein Befall der Scheide durch Gonokokken selten ist.

Komplikationen

Beim Mann können Prostata und Nebenhoden von der Gonorrhoe befallen werden, als Folge kann sich Unfruchtbarkeit entwickeln.

Bei der Frau können die Gebärmutterschleimhaut und die Eileiter befallen werden, die verkleben, was ebenfalls zur Sterilität führen kann. Im schlimmsten Fall kann sich die Gonokokkeninfektion auf das Bauchfell ausbreiten. Bei der Gonorrhoe sind auch asymptomatische Verläufe häufig, insbesondere bei Frauen. Die Infizierten haben selbst zwar keine Krankheitserscheinungen, können jedoch andere Personen anstecken.

Die Neisserien können auch andere Organe befallen, gefürchtet war früher die Infektion der Augen bei Neugeborenen, die sich an der Mutter angesteckt hatten und infolgedessen häufig erblindeten. Andere gefürchtete Komplikationen sind Entzündungen der Hirnhäute und des Herzens.

In heute seltenen Fällen können die Gonokokken über den Blutkreislauf im ganzen Körper verteilt werden. Diese Gonokokken-Sepsis stellt ein schweres und lebensbedrohliches Krankheitsbild dar.

Behandlung

Es ist eine antibiotische Behandlung notwendig. Während bis vor wenigen Jahren Penicillin als Behandlung ausreichend war, wird heute auf Grund der zunehmenden Resistenzentwicklung der Gonokokken die Gabe anderer Antibiotika (beispielsweise Cephalosporine) empfohlen. Wichtig ist auch die Behandlung des Sexualpartners, da es sonst zu einer immer wiederkehrenden wechselseitigen Ansteckung kommen kann (Ping-Pong-Effekt).


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Letzte Aktualisierung: 13. November 2006

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