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Lymphödem

Das Ödem ist eine sicht- und tastbare Flüssigkeitsansammlung im Interstitium(=Zwischenzellraum). Es handelt sich um eine Symptombeschreibung, nicht um eine Diagnose. Das Lymphödem ist durch eine mechanische Insuffizienz des Lymphgefässsystems hervorgerufene Flüssigkeitsansammlung im Interstitium. Das Lymphödem ist ein chronisch-entzündliches Krankheitsbild wodurch nicht nur die Extremitäten sondern auch das Gesicht, Hals, Rumpf und auch die Genitalien betroffen sein können. Durch die mechanische Insuffizienz kann nun nicht mehr ausreichend die interstitielle Flüssigkeit über die Lymphgefässe aus dem Gewebe ins Lymphgefässsystem abtransportiert werden. Dies führt zu einem Rückstau und zur Ansammlung von Flüssigkeit in den Zellzwischenräumen (Ödem).

Lymphödemstadien

  • Stadium 0: Das Latenzstadium, es treten noch keine Symptome in Erscheinung
  • Stadium 1: Das reversible Stadium, es ist ein eiweissreiches Ödem, nur wenige, kleine, lokal begrenzte fibrosklerotische Gewebsveränderungen. Das Ödem ist noch teigig-weich, es kann mit dem Finger noch leicht eine „Delle“ eingedrückt werden. Ein Hochlagern des Ödems (soweit möglich) reduziert in gewissem Masse die Schwellung. Das Stemmersche Zeichen ist (meist) positiv.
  • Stadium 2: Das spontan irreversible Stadium, in diesem Stadium finden fibrosklerotische Veränderungen sowie eine Fettgewebsproliferation statt. Das Ödem ist hart und reagiert auf Hochlagern nicht mehr mit Abschwellung.
  • Stadium 3: Das Stadium der Elephantiasis; es haben ausgedehnte fibrosklerotische Veränderungen sowie Fettgewebsproliferationen stattgefunden.

Ätiologische Klassifikation

Zwei Formen des Lymphödems werden unterschieden: die primäre und die sekundäre Form.

  • Bei der primären Form sind die Lymphgefässe und/oder Lymphknoten aufgrund einer Entwicklungsstörung nicht oder nur teilweise oder mit einer Fehlbildung angelegt. Ganze Extremitäten oder Körperregionen können hier betroffen sein. (Anmerkung: Das völlige Fehlen der Lymphgefässe einer ganzen Körperregion ist nicht mit dem Leben vereinbar und führt schon im Mutterleib zum Tod, oder kurz nach der Geburt.)
  • Beim sekundären Lymphödem sind die Abflussbahnen mechanisch insuffizient als Folge von entweder pathologischen Veränderungen wie z.B. Tumorerkrankungen, Traumata, Lymphangitiden (Entzündung aufgrund von Viren, Bakterien, Pilze, Parasiten, etc., auch im rheumatischen Formenkreis), chronisch venöse Insuffizienz (CVI), Diabetes, etc., oder aufgrund von iatrogenen Eingriffen wie z.B. OP-Narben, radiologischen Bestrahlungen, Entfernung von Lymphknoten nach Tumorentfernung, Venenentnahme zur Bypass-OP, etc..

Therapie

Als Therapie der Wahl kommt, um die überschüssige Flüssigkeit aus dem Interstitium abtransportieren zu können, die komplexe physikalische Entstauungstherapie (KPE) in Frage.

Unter der KPE wird zusammengefasst:

  1. manuelle Lymphdrainage
  2. Hautpflege
  3. Kompressionsbandage / Kompressionsstrümpfe
  4. spezielle Bewegungstherapie in Kompression
  • Zusammenspiel Arzt, Lymphtherapeut, Sanitätshaus, Betroffene/r

Die KPE ist eine erprobte und erfolgreiche Therapie des Lymphödems, welches oft ein chonisches Leiden darstellt.

Keine alleinige Therapieoption sind beim Lymphödem Diuretika (entwässernde Medikamente). Eine alleinige Behandlung mit Diuretika vermindert zunächst und primär das vaskuläre Flüssigkeitsvolumen. Der onkotische Sog des Plasmas wird nur kurzzeitig aufgebaut und verändert die Eiweiss und Proteinkonzentration des Ödems nicht positiv. So wird man einen "Jojo"-Effekt beobachten können. Um die gewünschte Wirkung des Diuretikums zu erhalten, wird man das Diuretikum ständig und in steigender Konzentration verabreichen müssen. Weiterhin beachte man, dass ein Diuretikum den Lymphtransportmechanismus beeinträchtigt.


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Letzte Aktualisierung: 14. November 2006


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