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Nordic Walking

Nordic Walking ist eine Ausdauersportart, bei der schnelles Gehen durch den Einsatz von zwei Stöcken im Rhythmus der Schritte unterstützt wird.

Entwicklung

Die Anfänge dieser Sportart liegen in den 30er Jahren. Schon damals wurde unter dem Namen Stockgang oder Stocklauf schnelles Gehen von Langläufern im Sommer und Herbst in das Training integriert, um die Kondition zu verbessern und so schon im Winter in höhere Trainingsintensitäten einzusteigen. Diese Bewegungsform wurde dann in den 1980er Jahren in den USA unter dem Begriff Pole Walking, als äusserst effektive Variante des klassischen Walking bekannt, konnte sich aber nicht in der breiten Masse etablieren. Erst Ende der 1990er Jahre wurde Nordic Walking als Sportart in Finnland vorgestellt. Im Norden des Landes wurden im selben Jahr auch die ersten Trainer ausgebildet, darunter auch einige Deutsche.

Bewegungsablauf

Durch die Stöcke wird auch der Oberkörper einschliesslich der Rückenmuskulatur trainiert. Der Ablauf wird durch bewussten Umgang mit den Stöcken gesteuert. Der rechte Stock hat immer dann Bodenberührung, wenn die linke Ferse aufsetzt, der linke Stock, wenn die rechte Ferse aufsetzt. Die Stöcke werden nah am Körper geführt. Die Schultern sollen stets locker und entspannt sein. Die Stöcke werden schräg nach hinten eingesetzt; der Stockeinsatz sollte immer unterhalb des Körperschwerpunktes, also in der Schrittstellung auf der vertikalen Körperachse erfolgen. Um eine hohe Trainingswirkung zu erzielen, sollte Folgendes beachtet werden: Lange Schritte machen, gut abrollen, die Arme weit schwingen, die Arme möglichst gerade halten und mit den Armen nach hinten arbeiten (d.h. man soll mit der Hand über die Hüfte hinaus kommen). Lange Schritte erhöhen jedoch die Gelenkbelastungen.

Schuhe

Biomechanische Untersuchungen haben gezeigt, dass das Bein beim Nordic Walking wesentlich steiler nach vorne ausgestellt wird als beim Joggen, was zu hohen Impulskräften in den Gelenken führt. Eine andere Fersengestaltung von Walking-Schuhen im Vergleich zum Joggingschuh kann diese höheren Kräfte mindern: Die Ferse der Walking-Schuhe ist stärker abgerundet als beim Jogging-Schuh, wodurch die Abroll-Bewegung beim Aufsetzen des Fusses unterstützt werden kann. Die gesamte Sohle des (Nordic-)Walking-Schuhes sollte eine leichte Rundung aufweisen, da der Fuss bis zum Ballen "abgerollt" wird. Das flüssige Abrollen der Füsse mit betontem Abdruck im Ballen-Bereich (Grosszehen-Grundgelenk) ist einer der typischen Bewegungsabläufe beim Nordic-Walking.

Stöcke

Nordic-Walking-Stöcke werden aus Carbon, Carbon-Glasfaser-Mischung oder aus Aluminium gefertigt. Carbon gewährleistet eine bessere Dämpfung als Aluminium und ist stabiler. Ein auswechselbarer Gummischutz (Pad) absorbiert zusätzlich Schläge und mindert Geräusche auf Asphalt.

Ein zu kurzer oder zu langer Stock ist bei einer funktionalen Bewegungsausführung hinderlich. Für die Länge der Stöcke kann folgende Faustformel empfohlen werden: Körpergrösse (in cm) x 0,66 = Stocklänge. Die Stöcke werden von den Herstellern in Längen von 100 cm bis 130 cm angeboten. Für Anfänger empfiehlt es sich, eine etwas kürzere Stocklänge als berechnet auszuwählen. Das Handling der Stöcke wird dann leichter.

Spezielle Handschlaufen gewährleisten einen optimale Kraftübertrag von der Hand auf den Stock. Das ständige Öffnen und Schliessen der Hand und die damit verbundene Greifbewegung wird als ein Element eines Technikschemas angesehen. Das flüssige Öffnen und Schliessen der Hand erfordert allerdings eine gute Koordination, so dass Einsteiger häufig damit überfordert sind. Gerade deshalb ist eine Schlaufe, mit der der Stock ohne Zugreifen dicht an der Hand bleibt, besonders wichtig, worauf beim Kauf unbedingt geachtet werden sollte.

Untersuchungen haben ergeben, dass keine Entlastung der Gelenke vom Körpergewicht durch die Stöcke erfolgt. Die Entlastung der Gelenke wird aber gerade (auch von den Medien) als positives Argument für das Nordic-Walking angeführt. Die Gelenkbelastung ist allerdings geringer als beim Jogging.

Verbände

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Letzte Aktualisierung: 20.3.2008


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