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Typhus (abdominalis)

Als das (deutsch) Typhus (von gr. typhos Dunst, Nebel, Schwindel), auch Bauchtyphus oder typhoid fever genannt, werden schwere fieberhafte Infektionskrankheiten bezeichnet, welche meist mit Durchfall verbunden sind und durch Salmonellen (Salmonella enteritica Serovar typhi) hervorgerufen werden. Unbehandelt sind die Krankheiten gefährlich und können zum Tod führen. In Deutschland und Österreich sind sowohl ein Verdacht als auch Erkrankung und Tod an Typhus meldepflichtig. Einer der bekanntesten Träger von Typhus war Typhus Mary, welche Anfang des 20. Jahrhunderts mehrere dutzend Menschen in den USA mit Typhus ansteckte. Eines der prominentesten Typhusopfer war 1861 der britische Prinzgemahl Albert von Sachsen-Coburg und Gotha.

Typhus abdominalis

Erreger

Der Erreger ist das Typhusbakterium (Salmonella enterica subsp. enterica Serovar Typhi), das fäkal-oral übertragen wird, also beispielsweise durch verunreinigte Nahrungsmittel oder verschmutztes Wasser. Heutzutage ist Typhus vor allem ein Problem der Entwicklungsländer, Fälle in Industrienationen sind die Ausnahme – ein Grossteil der hier auftretenden Typhuserkrankungen hängt mit Fernreisen der Betroffenen in Länder mit geringem hygienischen Standard zusammen. Bei Reisen in tropische Gebiete (z.B. Indien) sollte eine Immunisierung erwogen werden, die jedoch nur einen partiellen Schutz bietet.

Weltweit erkranken jährlich etwa 16 Millionen Menschen.

Klinik

Die Inkubationszeit beträgt durchschnittlich 10 Tage, Extremwerte von 3 bis zu 60 Tagen sind beobachtet worden. Es kommt zunächst zu unspezifischen Allgemeinsymptomen wie Mattigkeit, Kopfschmerzen, Verstopfung sowie zu einem treppenförmigem Fieberanstieg. Nach ca. 8 Tagen wird ein Stadium von anhaltendem hohen Fieber (40 bis 41 °C) erreicht, das über Wochen andauern kann (Fieberkontinuum). Dabei findet sich eine relative Bradykardie, das heisst man findet nicht die typischerweise bei hohem Fieber zu erwartende Tachykardie, sondern einen für die Temperatur eigentlich zu niedrigen Puls. Ausserdem finden wir (wiederum im Gegensatz zu den meisten bakteriellen Infektionskrankheiten) eine Leukopenie. Hinzu kommen bisweilen Bewusstseinsstörungen (daher der Name), Milzschwellung, rötlich-fleckförmiger Hautausschlag am Oberkörper und der charakteristische erbsbreiartige Durchfall. Darmperforationen, Haarausfall, Knocheneiterungen und Hirnhautentzündung sind möglich. Während der langen Genesungsphase sinkt das Fieber stufenweise ab.

In der Folge bleiben einige Erkrankte (ca. 5 %) Dauerausscheider der Salmonellen, da diese in der Gallenblase und den Gallenwegen persistieren. Diese Personen können, ohne selbst noch Krankheitszeichen zu zeigen, etliche andere anstecken.

Diagnose

Die Stellung der Diagnose stützt sich auf die typische Klinik zusammen mit der Anamnese (Reise in tropische Regionen), Blutbild (Leukozytose, Aneosinophilie) und den Erregernachweis durch Blutkulturen oder aus dem Stuhl. Im Serum lassen sich auch spezifische Antikörper nachweisen.

Behandlung

Bei der antibiotischen Therapie finden unter anderem Gyrasehemmer (Ciprofloxazin) und Chloramphenicol Anwendung. Wichtig ist zudem die Substitution der durch die Durchfälle verursachten Wasser- und Elektrolytverluste. Dauerausscheidern wird manchmal die Gallenblase entfernt. Bei adäquater Behandlung liegt die Sterblichkeit unter 1 %.

Prophylaxe

Hygiene ist der beste Schutz. Die auf Tropenreisen üblichen Massnahmen, das heisst der Verzicht auf unzureichend gegarte Speisen und Leitungswasser, sollten auf jeden Fall beachtet werden. Obst, das unmittelbar vor dem Verzehr geschält wurde, ist sicher. Die Impfprophylaxe bietet nur einen Schutz von 60–75 %, mildert aber im Erkrankungsfall den Verlauf.

Typhus levissimus/Typhus ambulatorius

Diese Krankheit wird heute im deutschen Sprachraum als Fleckfieber geführt (Artikel siehe dort). Dass es sich um eine eigenständige Erkrankung handelt, entdeckte 1847 William Jenner in London.

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Letzte Aktualisierung: 13. November 2006

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