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Unguis incarnatus (eingewachsener Zehennagel)

Ein eingewachsener Zehnagel
Ein eingewachsener Zehnagel

Unguis incarnatus auch Onychocryptosis ist der medizinische Fachausdruck für einen eingewachsenen Nagel. Dabei drückt sich der seitliche Nagelrand tief in die Nagelfalz und führt zu schmerzhaften Beschwerden.

Ein Nagel kann in drei verschiedenen Formen eingewachsen sein, als normaler Nagel, Rollnagel und Zangennagel. Ein Unguis incarnatus betrifft meistens den Grosszeh. Eingewachsene Nägel gehören zu den häufigsten Beschwerden. Männer sind häufiger als Frauen betroffen.

Ursachen

Die Ursachen für eingewachsene Nägel sind meist zu enge Schuhe oder falsches Nägelschneiden. Schneidet man den Nagel, wie den Fingernagel, oval, schiebt sich der Nagelrand durch den Druck, dem der Fuss evtl. durch zu enge Schuhe ausgesetzt ist, in das Nagelbett. Das reizt die Haut und es kommt zu einer Entzündung. Weil die Haut verletzt ist, bildet sich Granulationsgewebe, so genanntes "Wildes Fleisch“ (Hautzellen, welche die Wunde wieder verschliessen sollen), und wächst über den Nagel, der damit noch tiefer in das Nagelbett eindringt.

Folgeerkrankungen

Durch die Verletzungen der Haut können Bakterien in die Haut gelingen und eine Infektion hervorrufen.

Behandlung

Falls der Nagel erst ein wenig eingewachsen ist, genügt ein regelmässiges Fussbad mit Kernseife oder einprozentiger Kaliumpermanganatlösung. Nach dem Fussbad sollte man spezielle Salbe, die rezeptpflichtig ist, auf das "Wilde Fleisch" auftragen. Dadurch stirbt das Zuviel an "Wilden Fleisch" ab.

Ist der Nagel noch nicht zu tief in das Gewebe eingedrungen, so kann auch versucht werden durch das Unterschieben von in Isopropanol getränkter Watte den Nagel anzuheben. Dadurch wird der Nagel aus der Wunde herausgetrieben.

Ist der Nagel aber schon (zu) tief eingewachsen, ist ein chirurgischer Eingriff notwendig.

Das wuchernde Granulationsgewebe kann entweder mit Hilfe des Skalpells oder mit der sogenannten Elektrokaustik entfernt werden. Dazu wird ein Gerät verwendet, an dessen Ende eine Nadel, einer Kugel oder eine Schlinge sitzt. Das unter Schwachstrom stehende Gerät erzeugt Hitze, die das Gewebe zerstört. Dieser Eingriff wird unter lokaler Betäubung durchgeführt.

Besteht die Gefahr, dass der Nagel immer wieder einwächst, so ist es sinnvoll, einen Teil davon zu entfernen und eventuell eine chirurgische Nagelbettverkleinerung (Emmert-Plastik oder Nagelkeilexzision) vorzunehmen. Das bedeutet, dass nicht nur der Nagel selbst, sondern auch der Teil des Nagelbetts, aus der der Nagel nachwächst (Nagelmatrix) entfernt wird. Dadurch wird der neu nachwachsende Nagel schmaler, und die Gefahr, dass er wieder einwächst, geringer. Auch Nagelentfernungen werden unter lokaler Betäubung durchgeführt.

Eine andere nichtoperative Behandlungsmethode besteht in der Anwendung einer Nagelspange durch den Arzt oder einen Podologen.

Allgemein handelt es sich bei dem wilden Fleisch um hoch entzündetes Gewebe, das entsprechend empfindlich ist. Daher sollte es ständig durch einen Verband oder Pflaster gegen mechanische Reize oder Verschmutzung von aussen geschützt werden. Zusätzlich ist aber auch schon der Wechsel so eines Pflasters eine so grosse Irritation des Gewebes, dass das schon die Heilung behindern kann. Daher sollte dieser Pflasterwechsel nicht zu oft erfolgen: Falls es die Umstände (Eiterung) erlauben, sollte er auf Abstände von bis zu einer Woche hinausgeschoben werden.

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Letzte Aktualisierung: 14. November 2006


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